Dienstag, 4. Juli 2017

Selbst ist die Frau - 9mm Automatik (Beretta)

Ich habe ja dieses Ding mit bewaffneten Uniformträgern laufen. Werde ich wohl auch so schnell nicht los, aber ich bin Ü40 und liebe meine Unabhängigkeit. Sprich das mit der Uniform bekomme ich selbst hin, auch wenn meine Einsatzplün nicht so sexy ist, aber Haix Einsatzstiefel habe ich auch. Das mit dem bewaffnet ist schon schwerer. Verdammt.


Trotzdem erzählte ich neulich dem T aus der MTS Kombi, ich würde gerne mal schießen und was soll ich sagen? Ist der Typ doch glatt in so einer Sport-Schieß-Gedöns-Gruppe. Und weil er echt ein Toller ist, organisiert er auch gleich mal was und fragt ganz beiläufig was es denn sein darf. Langwaffe, Großkaliber oder lieber was damenhaftes?


Ich bin echt baff. Seit diesem Treffen hatten wir eigentlich nur locker Kontakt. Noch nicht mal eine Kissenschlacht und er lädt mich einfach so mal in seine Schießgruppe ein.


Gestern war es soweit. Die Gruppe besteht aus Kerlen, die man optisch auch locker an den Kleingärtner-Stammtisch setzen könnte und ich komme direkt aus dem Büro mit Röckchen und Schühchen. Dis-Match bezüglich des Outfits auf ganzer Linie. Egal, Turnschuhe habe ich dabei und alles andere kann ich überspielen. Der Gute hat verschiedene Kurzwaffen dabei damit ich mal probieren kann und ich grinse wie ein frisch gevögeltes Eichhörnchen.


Wir beginnen mit der 9mm. Das sind die Teile, die man aus dem Fernsehen kennt. Die Teile mit denen jeden Samstag mal locker flockig 15 Zombies in den Kopf geschossen wird. Ich habe schon Probleme die Patrone in das Magazin zu bekommen. Tastaturanschlag gibt wohl keine Muskeln im Finger und für meine Hände ist das einfach ungewohnt. Das T erklärt mir in Ruhe die Regeln. Safty first. Jede Patrone muss raus sein, Magazin raus, Waffe mit Lauf nach vorne wenn die Scheiben gewechselt werden. Hört sich alles logisch an, es aber nachher umzusetzen ist ein ganz anderer Drops. Mindestens 2x muss er mich da korrigieren, weil die Waffe nicht gesichert war oder so. Faszinierend sind die Kopfhörer. Man hört jedes gesprochenen Wort klar und deutlich, die Schüsse aber nur gedämpft. Geile Technik und ich will sofort wissen wie das geht. Das T lacht, zuckt die Schultern und antwortet "keine Ahnung, ich bin Koch von Beruf."


Das Schießen selbst in großartig. Ich muss mich leider noch auf die Bewegungen, die Handhabung konzentrieren. Finger nicht da (wird sonst eingeklemmt), Hand so schließen und so weiter, zielen mit Kimme und Korn ist auch so eine Sache. Und ich habe ein bisschen schiss abzudrücken. Ich habe keine Kraft im Oberkörper, nicht das es mich umhaut.


Es hat mich nicht umgehauen, aber das Loch in der Decke war deutlich zu sehen, die Zielscheibe jungfräulich. Das T lacht und da ich jetzt weiß wie sich das anfühlt machen wir Trockenübungen. Die 9mm liegt gut in der Hand, ist aber echt schwer und ich verkrampfe noch. Ich bekomme von den anderen auch tolle Tipps. Sie kümmern sich echt rührend um mich obwohl sie alle das Ganze im Hochleistungsbereich betreiben und ich mich anstelle wie eine Kuh beim melken. Mein Kopf ist noch viel zu sehr an, der Trick besteht darin im Hier und Jetzt zu sein, die Gedanken los zu lassen, zielen abdrücken und nicht schon an den nächsten Schritt zu denken.


Man glaubt es kaum, aber trotz dem Lärm ist Schießen meditativ. Oder kann es sein. Und trotz all der inneren Ruhe hört man dem Lärm, spürt die kleine Druckwelle des Schusses neben einen....


Und ich sehe die Kraft die so eine 9mm entwickelt. Die Löcher in der Wand sind tief. Gruselig dass damit Menschen auf der Straße rum laufen. Lächerlich, dass in Krimis eine Autotür vor so einem Geschoß schützen soll.


Die Stunde ist unglaublich schnell rum. Ganz am Schluss darf ich noch einen Revolver benutzen der mich echt fast umhaut.


Heute schmerzt der obere Rücken, der Nacken zum Glück nicht. Das T schreibt, ich sei einfach noch zu verkrampft weil ich zu viel an den Rückstoß denke. Das nächste mal würde es schon besser werden. Das nächste Mal? Au ja, da freu ich mich drauf :-)



Kommentare:

  1. Ich erinnere mich daran, wie ich mit einer P9 geschossen habe. Ebenfalls auf Zielscheiben. Eine fürchterliche Pistole. Ich empfand sie als ungenau. Man traf besser mir den Einzelzeilen, wenn man damit warf, nachdem man das Magazin leer geschossen hatte.

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    1. Also meine Fehlschüsse lagen definitiv nicht an der Waffe

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    2. Mir persönlich lag das Schießen mit einem Gewehr mehr. Pistole ist nicht so meines.

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  2. Autotüren helfen ein wenig, die eigene Kontur zu verschleiern, schützen aber in der Tat nicht vor Kugelhagel aller Art. Ganze Fahrzeuge tun das übrigens in der Regel genauso wenig. Gibts im Netz viele schöne Videos zu.

    Ich persönlich mag ja Pistolen lieber als Gewehre, sehe da aber auch mehr die Anwendung im Alltag. Und da darf ich ja so alle paar Tage mal beruflich ein paar Magazine verballern. In Einsatzkleidung. Was bin ich doch ein Glückskeks.

    Ok - es ist 'ne Nagelpistole. Und die Einsatzhose ist schwarz und mit Schlag. Aber hej - irgendwas ist ja immer ... ;-)

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    1. Schnurr auch ne Uniform und meist viel besser gebaut, vor allem Kraft in den Armen und Händen *ähm* schuldigung

      Frau Nelly ich bin ein Mädchen ich streu lieber Glitter ;)

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    2. Keine Details - aber vielleicht mag ja Frau Laterne gelegentlich was dazu äußern. 😎

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    3. In Krimis wird sich aus genau einem Grund hinter Autotüren versteckt: weils so im Drehbuch steht^^

      Goldi, ich kann dein Schwärmen verstehen, geht es mir doch auch immer so. Gott sei Dank sitze ich an der Quelle und kann mich an diesem Anblick und Gefühl (diese Arme...!) fast täglich aufgeilen ähm ergötzen O:-)

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    4. Oberarme können so was von sexy sein *träum

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    5. @Frau Laterne: Berlin, Berlin? Fahr'n wir nach Berlin?😋

      @Nelly: man kann das trainieren. Und wenn man das im Rahmen eines vernünftigen Berufes macht, dann schaut das auch nicht aufgepumpt aus. Hängt man sich dann noch ab und zu ans Reck, den Türrahmen oder einen Ast ...😉

      ... und an die Damen allgemein: ich weiß das ebenfalls zu schätzen, wenn ein paar Muskeln da sind. Also bitte keine falsche Zurückhaltung, ja? 😇

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    6. Mein Lieber, ich habe beruflich oft mit tollen Armen zu tun, aber ihr seid trotzdem zur Präsentation herzlich eingeladen

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    7. Nun, ich wollte eventuell eh dieses Jahr noch nach Berlin... O:-) Also wenn ich dann frei habe, dann darf Herr Zimmermann gern mit seinen Oberarmen angeben.

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    8. Voll gerne! 😉

      ... wird zwar 'ne Weile dauern (Umzug, Stress und Zeuch). Aber wir kommen drauf zurück.

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  3. Oh ja. Ich habe meinen Besuch, wenn auch ohne Herren der mich beeindrucken wollte, auf dem Schießstand in ähnlicher Erinnerung. Gut, ich stand nicht in Schühchen und Röckchen vor der Türe, habe mich aber ähnlich angestellt.

    Wobei mir das Schießen mit dem Gewehr besser gefallen hat. Mag daran liegen daß ich mich dabei geschickter angestellt habe als mit den Handfeuerwaffen. Oder um es mit den Worten meiner Begleitung zu sagen: "Im Falle der Zombie-Apokalypse nimm das Gewehr. Bis Du mit einer Handfeuerwaffe den Zombie getroffen hast, hat der dich drei mal gegessen."

    Seitdem sehe ich Schießereien in Filmen (hinter den umgekippten Tisch ducken ... Ja nee, iss klar) auch mit anderen Augen.

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  4. Moin, sag dem Smut mal das, dass mit dem Gehörschutz genauso funktioniert wie mit seinem Passiersieb in der Kombüse. Dat Dicke bleibt im Sieb, der Rest läuft durch. Frequenzfilter oder Frequenzlöschung

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Es darf und kann kommentiert werden. Grundsätzlich nutze ich mein Hausrecht und gebe einzeln frei.