Freitag, 30. Juni 2017

Zombieland vs. Tacka Tucka Land



Freitag. Für meine Verhältnisse ist es nicht früh. Fast 9:00 Uhr. Normalerweise denke ich um die Uhrzeit schon ans Mittagessen. Jetzt liege ich mit Ohrstöpseln und dicken Kopfhörern im MRT. Es hört sich an wie ein Presslufthammer mit Schalldämpfer. Ich laufe ja nicht ganz rund. Monotoner Lärm beruhigt mich und ich döse weg.

Mir geht die vergangene Woche durch den Kopf und mein Ausflug vom emotionalen Tacka Tucka Land zurück ins mentale Zombieland. Zombieland, das Land in dem man immer irgendwie auf der Hut sein muss. Das Land in dem es wenige ruhige Minuten gibt und fast alles fight or flight bedeutet. Man ständig seinen emotionalen Besitz und seine Grenzen, sein Herz und seine Seele gegen Plünderung und Missbrauch schützen muss. Und wie der Name schon sagt, das Land in dem man Gefahr läuft, dass irgendwo eine Zombiehand nach einem greift, einen runter zieht um einen jedes Leben, jede Energie und all das Strahlen wie Fleisch von einem Knochen zu nagen. Emotionale Vampire und Blutsauger die geschickt, kaum merklich irgendwo lauern und einen aussaugen. Mit kleinen Verletzungen, kleinen Demütigungen und Manipulationen immer wieder am Ego kratzen und Zweifel in der Selbstwahrnehmung sähen. So lange bis man gerade so noch funktioniert, überlebt aber nicht lebt.


Ich will das nicht mehr. Ich kann das nicht mehr. Zu lange stand ich im Zombieland und dachte, dass das nun mal die Realität sei. Ich das Beste draus machen könne, aber das Große und Ganze sei nun mal eine Zombieapokalypse.

In Staffel 6 TWD philosophiert einer der Protagonisten über Onlinegaming. In den meisten Spielen geht es darum, in einer feindlichen Umgebung sich durchzusetzen und zu überleben. In den höheren Levels beginnt der Spieler aber aktiv damit seine Umgebung selbst zu gestalten, umzugestalten. Schafft man das nicht, wird man nie in die Riege der High Score Spieler aufsteigen. Das trennt die Spreu vom Weizen. Uhhhh, mal sehen wann ich in GOT wichtige Lebensweisheiten entdecke. Ich bin ehrgeizig, ich will zu den Top Ten der Gamer des Lebens gehören und nicht nur in den unteren Level die Zeit tot schlagen.

Die letzten Wochen, Monate liefen gut. Sehr gut. Job läuft. Ich schaffe es sogar ein fast herzliches Verhältnis zu meinem Kollegen aufzubauen. Dem Kollegen, der mich letztes Jahr noch fast an den Rand eines Nervenzusammenbruches gebracht hat. Passiv-aggressiv und mental nie den Osten verlassen. Der Kollege, der mit dem Firmenwagen 20km fährt, um 3€ beim privatem Getränkeeinkauf zu sparen und die Schultern zuckt, weil das Geld für den Sprit darf man ja nicht rechnen, das bezahlt ja der Brötchengeber. Und der hat genug Geld. Aha.

Also, zurück zum emotionalen Zombieland durch dessen erste Level ich mich gekämpft habe und vor ein paar Monaten Dank ein paar großartigen Mitspielern endlich in die Level aufgestiegen bin in denen ich Anfangen kann Zombieland zu verändern. Ich habe aus Zombieland immer mehr Tacka Tucka Land gemacht. Self improvement bis zur Schmerzgrenze sozusagen. Und was soll ich sagen. Mir gefällt Tacka Tucka Land. In Tacka Tucka Land bin ich nämlich egoistisch. Ich tue was mit gut tut oder ich mache Dinge so, dass sie mir gut tun. In (fast) all meinem Handeln steckt dieser Grundgedanke und selbst bei Dingen, die Alltag und Pflicht bedeuten, wähle ich den Weg so, dass es mit immer etwas bringt. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal so zufrieden gefühlt habe und so im Kontakt zu mir war. Dazu hat bestimmt auch „Herr Rosenbaum“ beigetragen. Einfach so, ohne dass er es wusste oder plante. Einfach weil er ist wie er ist und ich aus dem Blickwinkel von meiner Insel aus diese Dinge zulassen und erkennen kann. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das MRT brummt noch. 30 Minuten können lang sein. Die letzten Tage habe ich ja wieder gemerkt, dass Zombieland noch nicht Geschichte ist. Ein paar Kleinigkeiten katapultierten mich fast wieder auf die niedrigen Level. Ich habe gemerkt wie anstrengend es noch ist, zu verhindern, dass emotionale Zombies nach mir greifen, mich runter ziehen, mich nervös und unsicher machen. Wie dünn die Grenze noch zwischen den beiden Ländern ist. Und, dass Zombieland mir nicht gut tut. 

Theoretisch könnte ich nach dem MRT ins Büro gehen, praktisch mache ich es nicht. Müsste nach Hause hetzen, Pest und Cholera holen, durch den Regen rennen, durch den Berufsverkehr ins Büro. Ich bin müde. Ich war zu spät im Bett. Zu Hause versorge ich die Aliens und lege mich auf`s Sofa. Ich schlafe 2h und verarbeite den gestrigen Abend. Ein Abend nach dem Tag im Zombieland. Ich war mit Herrn Rosenbaum unterwegs. Und wieder hat er mich begeistert. Er hat eine unglaubliche Art im Hier und Jetzt zu sein. Bisher kannte ich das nur wenn ich meinen Sport betrieben habe, der Kerl zeigt mir ganz unabsichtlich noch andere Wege. Wenn wir zusammen sind, ist er völlig, ganz und gar bei mir und wenn wir uns nicht sehen, ist er wieder in seiner Welt und ich in meiner. Das ist völlig in Ordnung so. Ich mag das. Denn ich schalte den Kopf aus, fühle mich einfach, lasse mich treiben und genieße ohne irgendwas in Frage zu stellen oder sogar zu hinterfragen.

Ich wache auf und bin versucht auf dem Sofa liegen zu bleiben. Aber ich weiß, dass mir das nicht gut tut. Büro schwänzen und dann mental und körperlich zu versacken macht mir ein schlechtes Gefühl. Ich mache eine lange Runde mit Pest und Cholera. Ich werde klatschnass. Es ist mir egal. Ich lege mich trocken und weigere mich „Lillyfee“ eine verbindliche Zusage für Samstag zu machen. Ich sage ihm ruhig und sachlich, dass meine Woche so von Terminen bestimmt war, dass ich mich für Samstag nicht festlegen will. Es ist mein einziger freier Tag, Sonntag wieder Nebenjob von 10 – 18 Uhr. Ich mache meine Gymnastik und rolle mir die Faszien aus. Ich trinke Ingwertee. Das Knie tut weh und ich weiß, wenn ich das brav mache, hört es ohne Schmerzmittel wieder auf weh zu tun. Ich tue was mir gut tut und ich weiß genau was das ist. Welcome back in Tacka Tucka Land.


Mittwoch, 28. Juni 2017

Jeopardy ist everywhere


Ich las gerade in einem anderen Blog, dass ihr Date sich immer mal wieder meldet und musste natürlich gleich an Jeopardy denken. Für die Späteinsteiger hier: Jeopardy, ein abgelegter Liebhaber von mir, nein, noch nicht mal das. Wir hatten ein sexfreies Date. Danach sagte er mehrere Dates mit fadenscheinigen Begründungen, inkl. kranker Oma, ab und als ich darauf hin meinte er könne das alles mal knicken mit mir, meldete er sich regelmäßig mit Nachrichten. Alle enthielten das Gleiche „blabla, Du bist mir wichtig, ich werde es Dir beweisen etc. pp.“ Diesen Worten folgten, wie erwartet, keine Taten. Die Nachrichtendichte ließ auch irgendwann mal nach. Inzwischen ist sie völlig abgeebbt.

Und auch wenn ich ansonsten zurzeit die reinste Gänseblümchenwiese im Hirn habe, immer an das Gute glaube, in diesem Fall ist mir völlig klar, dass er und andere das nicht machen, weil ihnen plötzlich einfällt wie toll sie uns fanden. Auch wenn der Gedanke natürlich hübsch ist.

Dazu muss man wissen, Männer räumen nicht auf. Auch nicht im Handy. Während ich regelmäßig Nummern von Menschen mit denen ich keinen Kontakt mehr habe und die mir nicht wirklich wichtig waren lösche, behalten Kerle Nummern ewig. Wirklich ewig. Irgendwann sitzen sie auf dem Sofa, schieben Frust, kein Bier im Haus, Masturbation langweilt, was auch immer und sie denken, ach, ich melde mich mal bei der. Ist aber wie mit Hunger und zu faul sein einkaufen zu gehen, das alte Brot oder die alten Gummibärchen als „geht doch noch“ zu deklarieren. Macht man nur, wenn man echt zu gar nichts anderem Bock hat und sich nicht aufrafft das Haus zu verlassen. So ca. 95% meiner abgelegten Liebhaber, langweiligen Dates oder was melden sich innerhalb der kommenden 12 Monate nach dem letzten Treffen bei mir. Ist ja auch einfacher als umzuziehen um bei Tinder endlich mal neue Gesichter zu sehen und zu realisieren, dass man die gesamte Umgebung schon „abgegrast“ hat.

Leider treffen da dann ab und zu zwei Welten zusammen. Er will gerade befinden, dass ich doch nicht so doof war und als Notnagel tauge, ich habe vor Monaten seine Nummer gelöscht und Namen konnte ich mir nie merken.  Wie so vieles andere offensichtlich nicht.

Unbekannte Nummer: Hey, wie geht`s Dir? Schau mal der Link, das geht doch über Deinen Nebenjob, ist echt interessant (es folgt eine wirklich lange Nachricht.)

Ich: Was? Wer bist Du?

Unbekannte Nummer: Na ich bin`s. Wilfried.

Ich: Wer?

Unbekannte Nummer: Na wir haben ganz oft versucht uns mal zu treffen, hat aber nie geklappt.

Uff, ich erinnere mich an andere Situationen. Da konnten sich Typen exakt an das Date erinnern und bei mir machte es nicht klick. Am peinlichsten wenn ich nicht weiß, ob ich mit dem Typen Sex hatte. Aber mal ehrlich, wie dement bin ich, wenn ich mich an einen Typen nicht erinnern kann, der Wilfried heißt? Und er weiß was ich nebenher mache. Wah….gruselig. Peinlicher Moment

Aber man kann ja immer Dinge ändern. Also lösche ich keine Nummern mehr. Oder ich blockiere sie gleich. Problem erkannt, Problem gebannt. Ich meine es hatte doch bestimmt einen Grund wenn man sich gar nicht oder nicht mehr getroffen hat. Und ich steh so gar nicht darauf Notnagel zu sein, trotzdem erscheint es sinnvoll, wenn man weiß wer einen da nach Monaten antextet.

So hab ich auch gleich erkannt als mich der Schmock aka SEK tatsächlich wieder anschrieb. Verdammt. Da hätte ich die linke Brust drauf verwettet, dass das Thema gegessen ist. Er hat`s auch gleich mit Humor versucht und witzelte rum, dass er mit dem Wanderzirkus mal wieder unterwegs war.

Schmock: Hey, Deine Länderaufstellung im Blog müsste sich erweitert haben. Habe mich im Ausland über einen lokalen Server eingeloggt.

Ich (schicke einen Scrrenshot meiner Statistik): Ach, in Dänemark?

Alter Falter, der Typ ist 40 Jahre alt und eiert kommunikativ wie ein 14-jähriges Schulmädchen rum. Ich meine was will er mir sagen und warum? Klar, er möchte mir mitteilen, er wäre wieder in einem Auslandseinsatz gewesen, aber warum? Und warum sagt er es nicht einfach so? Vielleicht doch mal ein Praktikum bei „Fakten, Fakten, Fakten“ machen? Egal. Er versucht es sogar mit Humor als ich frage wie es dem Pony geht und schickt ein Foto von sich in voller Plün in der Wüste. Ich knicke mir die Frage ob er in Nevada Paintball spielen war. Ich bin mit mir selbst zufrieden, dass ich diesmal wusste wer mich anschreibt und um was es wohl gehen soll. Es geht eh wieder wie immer aus. Er meldet sich und verschwindet dann wieder ohne irgendeine wirkliche Aussage gemacht zu haben. Ich dachte immer so was lernt man in seinem (angeblichen) Job. Ich meine die Jungs sagen doch auch: „wir brechen die Tür jetzt auf“ und nicht „übrigens gehört Ihre Wohnung zu unserem Einsatzgebiet und die Tür kann man aufbrechen“. Gut, aber wenn diese Jungs vor der Tür stehen, gibt es auch einen konkreten Anlass und nicht „gerade sonst nichts zu tun oder die letzten Einsätze waren öde und man schaut mal ob hier was geht.“ Im Fall des Schmocks läuft also entweder die Akqusie einer Neuen schlecht oder die bestehende ist gerade anstrengend *gähn.

Also, liebe lost in dating, die Moral von der Geschichte: wenn sich ein Typ alle 3 Monate bei Dir meldet, tut er das nicht weil er Dich so toll findet, sondern weil sein letztes Date blöd war und er Frust hat. Oder weil ihm die Klöten jucken und er zu faul zur Neuakquise ist. Denk dran, Du bist echt zu schade um wie altes Brot behandelt zu werden ;-)

 

 

 

Freitag, 23. Juni 2017

Dating(pannen) - der kleine Terrier

AGCC hat mich in seinen Fundstücken heute verlinkt. Ich musste sofort daran denken, wie wir uns kennen gelernt haben. Über unsere Blogs. U.a. saß ich eines Tages in Lehrte in einem völlig abgefracktem Hotel in Haix Einsatzschuhen und lass in seinem Blog einen Artikel über handgefertigte Herrenschuhe. Ich liebe Kontraste. Und ich weiß, dass er gerne Artikel über Pleiten, Pech und Pannen im Datinggeschäft liest. So, here we go:


In diesem Fall Pannen in Klammern. Denn eigentlich war der Kerl ja ganz lieb, nur halt etwas überbemüht. Touch to much. Selten zieflführend. Sprich der Kerl hüpfte die ganze Zeit wie ein kleiner Terrier, der alles tut um Aufmerksamkeit zu bekommen, um mich rum. Und dabei meine ich nicht diese wadenbeissenden Kläffer, eher so Modelle wie Pest, der wenn ihm langweilig ist an mir rum hüpft, seinen Ball in die Luft wirft und einfach extrem niedlich ist. Hier mal ein Beispiel:




Also, schon als ich den Kerl kennen gelernt habe, tatsächlich einmal in freier Wildbahn und nicht im Netz, schlawenzelte er recht verzückt den ganzen Abend um mich rum. Anstatt Bälle und Kauknochen schleppte er Getränke an. Grundsätzlich eine bessere Idee als hätte er einen Ball angeschleppt, aber Bälle kann man durch den Raum werfen und während ein Terrier hinterher hechtet, hat man kurz Ruhe. Mit Getränken ist das nicht praktikabel. Zudem ich irgendwann gelinde gesagt strunzvoll war. Ganz schlecht bei mir. Ab einem gewissen Alkohollevel möchte ich nämlich einfach meine Ruhe und nach Hause. Am besten bevor ich kotze.


Nun ja, irgendwie ist aber seine Nummer bei mir gelandet und wir trafen uns ein paar Tage später bei ihm. Ich war wie immer pünktlich. Er hatte keine Getränke im Haus. Laut eigener Aussage weil er gar nicht damit gerechnet hatte, dass ich wirklich erscheine. Aha. Aber bemüht wie kleine Terrier nun mal sind spurtete er los, um schnell was zu besorgen und ich stand alleine in dieser Wohnung. Eine Wohnung, die mir als 100qm Dachgeschoss, Altbau angepriesen worden war. Alles richtig, aber mal Hand auf`s Herz. An was denkt ihr wenn ihr so was hört? An hohe Decken, lichtdurchflutet? Ich auch. Ich stand aber in so einem Altbau mit niedrigen Decken und kleinen Fenstern. Die letzte Renovierung musste 30 Jahre her sein. Alles stand kreuz und quer und es gab keine Sitzgelegenheit außer am Schreibtisch. Obwohl es gab Sitzgelegenheiten, aber die waren voll mit Papieren, Ordner und tausend Dingen. Auch alle Tische. Ich habe schon lange nicht mehr so ein Chaos gesehen. Als der kleine Terrier zurück kam, konnte ich meine Verwunderung ganz gut in Alkohol ertränken, während er ständig Dinge von links nach rechts und dann wieder nach links räumte, damit ich irgendwo sitzen könnte. Konnte ich aber nicht. Man kann Dinge nämlich nur sinnvoll wegräumen, wenn es irgendwo Platz gibt sie hinzuräumen. Er wuselte also durch die Gegend ohne jedes brauchbares Ergebnis. Und während ich erfolgreich begonnen hatte mich zu betrinken, erzählte der kleine Terrier mir, wie er die Wohnung umgestalten würde, damit ich inkl. Pest&Cholera einziehen könnten. What?
  1. Ich weiß überhaupt gar nicht, ob so eine gemeinsame Meldeadresse meinen Vorstellungen einer Beziehung entspricht.
  2. Wie soll ich hier einziehen, wenn noch nicht mal Platz zum sitzen ist?
  3. Und überhaupt, wir haben das erste Date? Wer spricht da von so was?
  4. Ist das Leben wirklich eine Bitch. Ich hatte mich gerade in einen Typen verguckt, dem es schon zu einengend war einen verbindlichen Termin für ein nächstes Treffen zu benennen während dieses Modell hier schon von einer gemeinsamen Zukunft referierte.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein paar Tage später schrieb ich ihm, dass wir uns wohl nicht mehr sehen werden. Ich fühle mich selten überfordert, aber der Typ hat mich geschafft. Ich glaube es lief sehr, sehr lange folgender Titel als Dauerschleife in meinem Auto:







Mittwoch, 21. Juni 2017

Und sonst so?

Ich sitze beim Orthopäden. Da ich Depp auf die Frage wie ich versichert bin ehrlich geantwortet habe, habe ich 4 Wochen auf den Termin gewartet.




Orthopäde I: Worum geht`s?
Ich: 2 Zysten am Knie, dick, tut weh.
Orthopäde: Sie können ruhig in ganzen Sätzen mit mir reden.
Ich. Klar, kann ich das. Ich habe ja Abitur.




Was folgte war wohl die Retourkutsche auf meine freche Klappe. Rezept für Schmerzmittel, ich solle in 3 Wochen noch mal kommen. Dass ich seit 5 Wochen unter rezeptpflichtigen Schmerzmitteln stehe war ihm egal. Ich bin aber nur teilzeitblöd und hatte eh schon einen zweiten Termin bei einem anderen Orthopäden. Der guckt sich das Zeug an das ich schlucke, nickt und schreibt umgehend eine Überweisung zum MRT. Da bin ich nächste Woche. Ich dachte es wäre der Meniskus, scheint aber eher ein Knorpelschaden zu sein *f***




Pest wird alt. Und dick. Okay, da ich nicht so mobil bin, bewegt er sich nicht mehr so viel und verfressen war er schon immer, aber er setzt einfach schneller an. Sein neues Lieblingsspiel heißt "Schnüffelteppich". Nicht so viel bewegen und essen. Sehr geil, sagt er. Essen wird ja im Alter immer wichtiger.


Und er wird altersmilde. Er schmust inzwischen auch mit gleichgeschlechtlichen Lebewesen.






Muss ich erwähnen, dass böse Zungen behaupten es läge an dem Schlag auf den Kopf, den er in Tschechien bekommen hat?


Cholera kommt auch nicht in Form. Mitte August laufen wir eine größere Meisterschaft. Um in Form zu kommen, müsste ich fleißiger sein. Aber irgendwie sind mir im Moment andere Dinge wichtiger. Und ihr offensichtlich auch.






Mein Liebesleben ruht im Gegenteil zu meinem Sexualleben, welches
mich selbst hin und wieder erstaunt. Jedenfalls wenn ich Zeit habe darüber nachzudenken. Aus irgendeinem Grund habe ich zur Zeit 3 Dauerliebhaber. Die kennen sich untereinander sehr gut und kommen mit der Konstellation prima klar. Bei Schäferstündchen wird regelmäßig verabredet einen der beiden anderen dazu zu holen. Irgendwie ist das strange, aber alle 3 sind völlig unterschiedlich und geben Gas mich zu beeindrucken. Wahrscheinlich in der Hoffnung mich öfter als alle 3 Wochen zu Gesicht zu bekommen. Zu einem sage ich in einem Nebensatz, dass ich gerne mal rumballern würde und zack organisiert er Rumballern in Adlershof, inkl. Großkaliber. Dem Nächsten sage ich, ich hätte Interesse einen gutaussehenden Single kennen zu lernen und zack, kommt bei unserem Schäferstündchen ein bahnbrechend gutaussehender alleinstehender Kumpel von ihm dazu. Usw.


Ach so ja, Zeit. Die fehlt irgendwie. Nebenjob läuft wie die Sau, Hauptjob ist sehr anstrengend. Viele komplizierte Sachen, Abends hirntot. Ich schlafe wie ein Baby. Ich habe neuerdings so ein Lavendel Kissenspray. Ich bilde mir ein es liegt daran. Wenn es so ist, sollte ich, falls ich mal ein Schäferstündchen zu Hause habe, die Bettwäsche wechseln. Sonst schläft das auserwählte Modell sofort ein. Wäre auch irgendwie doof.


Sobald ich wieder mehr Kapazitäten im Hirn frei habe, möchte ich wieder mehr über ernsthafte Dinge schreiben. Und natürlich ein paar Wünsche aus der "Wünsch Dir was" Aktion kamen.










Dienstag, 20. Juni 2017

(Kein) Buchtipp

Ich habe immer das ein oder andere "Raucherpausenbuch". Das sind Bücher, bei denen man 2-10 Seiten lesen kann, sie weglegt und dann irgendwann wieder anfängt und weiß worum es geht. Ideal für die Raucherpause also. Dazu gehörte in letzter Zeit "erkennen Sie die Psychos in ihrem Leben", welches wirklich ganz nett war und in den letzten Tagen dieser Titel:




Und das war ab der 50. Seite das Langweiligste was ich je in Raucherpausen getan habe. Anfänglich war es noch nett geschrieben und man musste ab und zu nicken. Danach kamen nur noch Wiederholungen und immer nur die Situation wenn man den zukünftigen Vater seiner Kinder sucht. Keine Kinder zu wollen ist keine Option. Familie geht über alles, auch über die berufliche Selbstverwirklichung, die ja auch ganz böse ist. Ich habe zunächst brav weiter gelesen, dann weiter geblättert und irgendwann nur noch Überschriften gelesen.


Also, auch beim Kindle Prime Day Finger weg. Den Inhalt kann ich euch auch in 2 Minuten erklären, wenn es interessiert.



Der Typ ist einfach immer wieder ein Lacher wert...der kann das nicht ernst meinen


Freitag, 16. Juni 2017

Datingpannen – Trick 17 mit Selbstüberlistung


Schlagt mich, verurteilt mich, aber es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich gezielt mit liierten Männern getroffen. Nein, ich habe diese Kerle nicht im Supermarkt beim Wocheneinkauf aufgerissen, sondern auf einschlägigen Plattformen. Ihr Treuegelübte war also eh nur eine Worthülse und ich nicht diejenige, die sie zu Unfug erst angestiftet hat. Und ich muss erwähnen, dass mir ein solcher Kerl als Partner nie auf`s Sofa kommen würde. Aber darum ging es ja nicht bei den Auswahlkriterien.

Mein Plan: wenn der Kerl liiert ist, geht er mir nicht auf die Bimmel. Zu der Zeit meines Lebens hatte ich einfach keine Lust bezüglich meines Lebens und der Zeitplanung große Kompromisse zu machen, wollte aber auch nicht auf eine gewisse, oberflächige Art von Nähe verzichten. Wahrscheinlich war das einer der Gründe, warum alleinstehende Kerle immer schnell recht anhänglich wurden.

In diesem Punkt ist das Leben wirklich ein sarkastisches Arschloch. Wenn man klar kommuniziert, dass man auf das Päarchending keinen Nerv hat, rennen einem die Kerle, welche nicht nur paarungs- sondern auch bindungswillig sind, die Bude ein. An dem Punkt an dem man selbst bindungswillig ist, trifft man lediglich nur paarungswillige, aber keine bindungswillige Typen. Da fällt mir ein, dass ich 2016 im Prinzip nur einen Kerl kennen gelernt hat, der nicht nur willig, sondern auch fähig war in Punkto Paarung UND Bindung. Und man sagt ja immer, solche Kerle lernt man nicht im Internet kennen. In diesem Fall völlig korrekt. Ich habe ihn nämlich im Pornokino kennen gelernt. Aber das ist mal wieder eine völlig andere Geschichte.

Zurück zum Thema. Mein Plan war gefasst und ein geeignetes Modell schnell gefunden. Mitte 40, bewaffneter Uniformträger. Diesmal nicht in blau, sondern in Tarnfleck. Irgendwas Höheres, so genau habe ich nie nachgefragt. Im Berliner Umland stationiert, Frau und fast erwachsene Kinder im benachbarten Bundesland. Perfekt. Denn das hieß, dass er unter der Woche flexibel war und Verabredungen nicht kurzfristig abgesagt werden mussten, weil seine Ausrede nicht zog. Von Montag bis Freitag war er in seiner Planung völlig frei, hätte sogar bei mir übernachten können und an den Wochenenden, an denen ich eh nie da war, hatte ich meine Ruhe. Kein schlechtes Gewissen, weil man keine Lust auf Päarchendinge hatte, Samstagabend platt vom Training auf dem Sofa gammeln, kein Gefühl man müsse sich mal melden, das war der Plan. Ein theoretischer wie sich rausstellte.

Wir hatten ein paar Dates. Sex war passabel, Typ gut aussehen und fit im Kopf. Tatsächlich hat man auch mal zusammen gekocht, Film geschaut und so. Alles ganz zwanglos ohne das Gefühl der Verpflichtung. Pest und Cholera fanden in ganz okay. Na ja, Pest fand, dass er ein ganz netter Streichelautomat war. Nicht mehr, nicht weniger und Cholera hat ja eh Gänseblümchen im Kopf.

Irgendwann standen ein paar Feiertage an. An denen war ich wie üblich verplant und Typ eh familiär gebunden. So mit großen Familienessen und so. Ich ging also davon aus, dass ich höchstens sporadisch, wenn sogar gar nichts von ihm hören würde und ich mal wieder in irgendwelchen Wäldern rumtoben könnte. Am ersten Tag hatte ich morgens schon 3 Nachrichten von ihm auf dem Handy. Zu dem Zeitpunkt fand ich das noch süß, dass er an mich denkt, antwortete kurz und ließ das Handy dann irgendwo unbeachtet liegen. Stunden später schaute ich drauf und hatte gefühlte 358 WhatsApp nebst Nachrichten auf der einschlägigen Plattform von ihm. Die ersten lieb und nett, die mittleren angeblich besorgt wo ich stecken würde, die letzten patzig. Denkpause…..

Äh, war das nicht genau das, was ich nicht wollte? Mein Kopfkino ging los. Das böse, nicht das romantische und schon gar nicht das erotische. Der sitzt also nebst Schwiegereltern und Co. beim Essen und schaut die ganze Zeit auf´s Handy und tippt. Im günstigsten Fall tut seine Frau so als ob sie nichts merkt, weil ihr schon lange klar ist, dass er ein Fremdgänger ist. Vielleicht rechnet sie aber schon aus, was sie bei einer Scheidung bekommt. Egal. Im ungünstigsten Fall schnallt sie es und macht eine riesen Szene (mit Recht). Worst Case, sie will die Schlampe kennen lernen und meldet sich bei mir *örghs. Da habe ich ja richtig Bock drauf. Das war nicht der Plan!

Und ich will, dass meine Pläne funktionieren. Da kann ich mich benehmen wie ein sturer Terrier am Mäuseloch. Also habe ich dem Typen, anstatt ihn auf den Pott zu setzen, freundlich aber bestimmt gesagt, dass ich eine Dauerbeschallung nicht möchte. Zu freundlich, also nicht wie ein Terrier, eher wie ein dauerfreundlicher Retriever. Fehler. Aversive Erziehungsmethoden funktionieren nur, wenn gleich der erste Ansatz unmissverständlich ist. Sonst shapen sich die Hunde/Typen hoch und glauben viel hilft viel. D.h. wenn sie mit ihren Bemühungen um Aufmerksamkeit nicht weiter kommen, verstärken sie ihre Bemühungen. Nochmal, das war nicht der Plan!

Was soll ich sagen, es wurde immer schlimmer und ich musste unser Arrangement beenden, weil es nicht mehr zielführend war. Nach 3 Tagen schickte er eine Nachricht er sei zufällig in der Gegend und könne vorbei kommen. What? Rede ich eigentlich undeutlich? Oder gibt es so gar keinen Grund mir zu glauben, dass ich Dinge auch so meine wie ich sie sage? Aber ich erwischte mich dabei, wie ich zu Hause verängstigt schaute ob ich irgendwo sein Auto sehe. Fast Schiss hatte ich. Er nahm immer wieder Kontakt auf, obwohl ich bereits unmissverständlich meine „Kontaktverbot-sonst Anzeige“ Nachricht geschickt hatte. Kurz bevor ich ihn wirklich anzeigte, hörte er zum Glück auf.

Und was habe ich daraus gelernt? Scheiß auf`s Pläne machen, es kommt eh anders. Und öfter mal ins Pornokino gehen. Da scheinen sich die netten Typen rumzutreiben.

 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Wünsch Dir was - Sexpannen: der Anfeuerer

Ich war neulich endlich mal wieder mit M. unterwegs und er wünschte sich ein paar Geschichten meiner Sexpannen.


Sowieso eine gute Idee, die Rubrik "wünsch Dir was". Ihr könnt euch also in den Kommentaren bestimmte Geschichten oder Themen wünschen.


Von Juliane weiß ich, dass sie schmutzige Details zu Schmul möchte. Die wird sie in Teilen bekommen, aber jetzt ist erst mal M. dran.


Es war irgendwann 2016. Wahrscheinlich hatte ich gerade meinen Eisprung. Da neige ich ja zu einer gewissen Wahllosigkeit weil es einfach eilig ist. Ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass er wirklich gut aussah und Handwerksmeister war. Ich schätze mal Mauerer oder so. Auf keinen Fall etwas wobei man Feinmotorik braucht. Das wäre mir aufgefallen. Nun ja, Treffpunkt an einem neutralen Ort, Typ sieht gut aus und ist gepflegt, also nicht lange Rumeieren und ab mit uns an einen ungestörten Ort. Nun ja, was soll ich sagen? Wenn es eine Sache gibt, die frustrierender ist als kein Sex, dann ist es schlechter Sex. Ich meine okay, ich stehe auf Kerle, die ungefähr meinem Alter entsprechen oder wie C. es immer ausdrückt: die Schuhgröße muss mindestens das Alter sein und kein Kerl trägt Größe 36 oder so. Und in diesem Alter ist es einfach auch mal so, dass der Geist willig ist, aber der Körper bzw. gewisse Teile von ihm nicht mitmachen. Grundsätzlich ist das nicht so schlimm. Passiert. Aber es gehört definitiv zu den Dingen die Mann entweder mit Humor und Akzeptanz oder mit chemischen Substanzen lösen sollte. Alles andere ist anstrengend. Wie in diesem Fall.


Also, bei ihm geht wenig bis gar nichts obwohl wir uns beide sehr bemühen. Schlau wäre es aufzustehen und eine Pizza zu essen einen Film oder sonst was zu tun. Egal was, aber auf keinen Fall das:


Der Typ versucht also verzweifelt eine Erektion zu bekommen während er nicht gerade feinmotorisch an mir rumfingert und ein Gesicht macht, als wäre er gerade auf der Ziellinie zum Marathon. Sprich sehr sehr angestrengt. Ich mache zur Schadensminimierung die Augen zu und versuche mittels Kopfkinogenerator wenigstens einen halben Höhepunkt zu bekommen. Das hätte ohne Bild bestimmt funktioniert, wenn ich irgendwie den Ton abgeschaltet hätte. Der Knopf war aber unauffindbar. Während der Typ also wie beim Leistungssport wirkt feuert er mich ununterbrochen mit "du schaffst das, ja gleich bist Du soweit, ja, weiter" etc. pp. an. Wirklich die ganze Zeit. Wie ein Boxtrainer der seinen Schützling über die Grenze bringen will. So kam ich mir dann auch irgendwann vor. Und ich beschloss bei dem Satz "mach, bemüh Dich" das Ganze abzubrechen. Irgendwann ist mir dann meine Zeit zu schade und ehrlich gesagt sehnte ich mich nach dem Magic in meiner Schublade. Zudem ich inzwischen die ganze Zeit Szenen aus Rocky im Kopfkino hatte. Und die kann noch nicht mal ich erotisieren.


Wir haben dann noch (endlich) wortlos eine geraucht. Ich habe nie wieder was von ihm gehört. Aber seit diesem Zeitpunkt reagiere ich etwas sensibel, wenn jemand zu mir sagt, er würde auf Dirty Talk stehen. Da möchte ich sofort Beispiele um Missverständnisse zu vermeiden.

Dienstag, 6. Juni 2017

Review – Wandeln zwischen den Welten


Ich komme zu nichts mehr. Jedenfalls online. Ich kommentiere gerade bei mir liebgewonnenen Bloggern kaum bis gar nicht, lese nur flüchtig. Ich hoffe sie verzeihen mir das. Es kommen auch wieder andere Zeiten.

Tschechien. Tolle Leute und eine effiziente Trainingswoche. Pest der arme Kerl wurde gleich am ersten Tag von einem 30kg Gegner in den Kopf gebissen. Habt ihr mal versucht sonntags in Tschechien eine Tierklinik zu finden? Zum Glück konnten mir Sportkameraden aus Österreich einen Tierarzt in Linz empfehlen. Das waren nur 40km. Dort haben wir in Narkose gelegt und zusammengeflickt. Der kleine Schatz war wie immer sehr tapfer. 2 Tage war er sehr zurück haltend. Bestimmt hatte er eine Gehirnerschütterung. Nicht verwunderlich, wenn 30kg auf den Kopf eines 10kg Zwergs prallen. Die täglichen Verbandswechsel haben ihn zum erklärten Liebling der Woche gemacht. Nicht nur, weil wir ihm jeden Tag eine andere Farbe verpasst haben, sondern weil er sich immer ganz geduldig behandeln hat lassen. Außerdem durfte er abends als einziger Hund in den Gemeinschaftsraum. Wenn jemand fragte, sagten alle, dass er ja kein Hund sei. Hunde trügen ja keine Helme. Als er schließlich eines Tages mit gelben Kopfverband durch die Wiese voller Löwenzahn raste, war auch der letzte von dem rasenden Löwenzahn eingenommen.




Unterkunft in Tschechien spartanisch. 2 Mann Zimmer in Holzhütten. Dusche im Haupthaus. 2 Duschen für 40 Menschen. Warmwasser Fehlanzeige. Draußen Regen-Sonne abwechselnd. Die nassen Sachen im Zimmer mit den Hunden und Kameraden auf provisorischen Wäscheleinen zum Trocknen aufgehangen. Das Ganze ist Luxus gegen Pfingsten.

Unterbringung im Mannschaftszelt als Pflicht. Wegen dem Gemeinschaftsgefühl und so. Das bedeutet bei mir, dass ich am zweiten Tag die Weiber einer großen Hilfsorganisation schon erschlagen möchte. Die laufen um 06:00 Uhr früh schon in voller Einsatzplün rum. Ganz wichtig, immer den Helm in der Hand. Auf dem Zeltplatz vor dem Frühstück. Mittendrin ich mit klein Pest und Cholera mit rosa Halsband. Duschen im Duschcontainer mit Duschmarken. Pro Tag eine Marke, pro Marke 3 Minuten warmes Wasser. Das geht nur mit der 3mm Frisur der Kampfweiber. Meine langen Haare werden zwangsläufig eiskalt gewaschen. Das ist nicht schlimm, denn unser Zelt ist undicht und es tröpfelt von der Decke. Wenn ich mich nachts umdrehe und ein Auge aufmache, schaue ich direkt in das Gesicht einer rothaarigen mit Pitbull-Gesicht. Zu Hause bin ich geerdet und erfreue mich an ganz simplen Dingen wie ein ausreichend großes Bett und warmen Wasser.

Zwischen diesen Aktionen im Büro mit lackierten Nägeln und in Verhandlung mit Lieferanten und Kunden. Engelsgeduld beim Erklären von (für mich) simplen technischen Dingen. Und immer ein offenes Ohr für den Kollegen. Mitarbeit an einem internen Projekt. Der große Cheffe bezeichnet mich als Sonnenschein?! Der bin ich auch im Moment. Ich pendle zwischen völlig übermüdet und hormonell ausgepowert hin und her. Da ist kein Raum für Eskalationsmodus.

Ein Einzeldate mit Schmul und gestern das mit ihm und seinem Kumpel. Ich kam entgegen meiner Natur in Röckchen und Schühchen. Ich brauchte das als Ausgleich zu Pfingsten. Fast hätte ich noch Choleras rosa Halsband angelegt. Aber nur fast ;-)

Morgens früh raus. Pest ist nicht ausgelastet. Wie auch, wenn man in Tschechien den ganzen Tag im Bett liegt und Pfingsten seine Aufgaben mit „singen und klatschen“ erledigt während die beiden Weiber dienstbeflissen alles geben. Sprich Cholera und ich könnten gerne noch etwas liegen bleiben, aber der Mann im Haus hüpft mit Quietschie durch die Gegend.

Ich liege im Bett und überlege mir wie weit der Spagat in meinem Leben oft geht. Und ob es da draußen jemanden gibt, der das langfristig nicht nur erträgt, sondern mit trägt. Ob es besser ist, wenn dieser jemand ganz anders oder sehr ähnlich ist. Ob ich aus Angst oder Vernunft so oft so schnell den emotionalen Rollladen runter mache. Ob es schlauer ist nichts zu tun und abzuwarten oder wieder aktiv zu daten. Mein Knie schmerzt fürchterlich. Aber ich muss raus. Pest und Cholera lüften. Ich denke an vergangene Beziehungen in denen Unterstützung selbstverständlich war und die in denen es jedes Mal ein riesen Akt war.  Ich denke an die Trennungen und alles, was mir versprochen und zugesichert war und nicht eingehalten wurde. Pest ist ein Ergebnis davon. Plötzlich alleine mit damals 3 Hunden war nicht leicht, aber letztendlich habe ich alles geschafft. So wie ich es immer irgendwie schaffe. Ich weiß, dass ich es kann, aber im Moment nervt es unheimlich. 






Donnerstag, 1. Juni 2017

Die "Schmul Rosenbaum" Story

Auf vielfachen Wunsch:

Es ist 05:15 Uhr. Entgegen der naheliegender Vermutung bin ich kein Morgenmensch. Im Gegenteil. Um die Uhrzeit besitze ich die natürliche Anmut eines Zombies aus TWD. Auch geistig. Ich versuche mittels Kaffee irgendwie meine Synapsen und Muskeln zu aktivieren. In der Regel mit mäßigem Erfolg. Selbst Facebook ist zu anstrengend. Dort lese ich Dinge von Menschen die ich kenne und die Verknüpfung zu dem Gelesenem und realen Ereignissen auf die man irgendwie reagieren könnte oder sollte überfordert mich maßlos. Das ist einer der Gründe warum ich um diese Uhrzeit im Perversenforum unterwegs bin. Das ist so unwichtig für mich, dass die Verarbeitung von Informationen darin völlig egal ist.

Nach der ersten halben Tasse Kaffee (Marke „Guten Morgen Schock“), stolpere ich über eine Kontaktanzeige in der sich 3! Herren im für mich akzeptablen Alter gleichzeitig für ein Schäferstündchen anbieten. Gleichzeitig. Die Rede ist von eingespielten Team und so. Und entgegen sonstiger Erfahrungen um die Uhrzeit leuchten kurz meine Synapsen auf. Aber nur ganz kurz. Dann inhaliere ich noch mehr Kaffee und nehme Cholera ihren Fußball weg. Die Dame ist von der Kategorie „Juhhuuu-ein neuer Tag ist da“. Schon beim ersten Weckerklingeln hat sie Lollis in den Augen und strahlt mich an, gerne mit besagtem Fußball in der Fresse den sie mir stolz präsentiert, währen Pest entsetzt unter der Decke hervor schaut und seinen Schlafplatz vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer verlegt um noch etwas Ruhe zu haben. Und so vergesse ich bei dem Versuch ein Mensch zu werden diese Anzeige auch wieder.

Vor gefühlten 300 Jahren hatte ich mal einen 3-er mit 2 Kerlen. In Köln. Ich war voll wie ein norwegischer Baumfäller und die beiden Typen haben mich abgeschleppt. Beide haben das offensichtlich öfter gemacht, denn wenn ich mich nach so langer Zeit recht gut an einen ONS erinnern kann, ist das eine Aussage. Nun ja, seitdem steht ein 3-er mit zwei potenten Männern auf der Liste „wenn sich die Gelegenheit ergibt“. Also nichts was ich aktiv suche oder noch schlimmer hinterher jage als ob mein Rentenbescheid davon abhängt. Aber Gelegenheit und die Uhrzeit 05:15 Uhr passen offensichtlich nicht zusammen. Aus den Augen aus dem Sinn.

Nachmittags bekomme ich eine Mail von einem der drei Kerle. Er fragt, ob ich auf seinem Profil wegen der Anzeige war. Rumeiern war noch nie so mein Ding und ich bejahe. Was folgte war ein kurzer Austausch und ein anschließendes Telefonat. Höflich, respektvoll und sachlich. So sachlich, dass Außenstehende hätten denken können wir vereinbaren einen Besichtigungstermin des Sofas das er bei ebay anbietet. Kommt mir ja sehr entgegen diese Sachlichkeit. Ab diesem Zeitpunkt ist dann auch Funkstille. Weder der Typ vom Telefon noch die anderen beiden nehmen Kontakt auf. 2 Tage vorher schicken wir uns jedoch gegenseitig Terminbestätigungen. Treffpunkt ist eine semi-öffentliche Lokalität. Finde ich auch sehr angenehm. Ist irgendwie ein gutes Gefühl zu wissen es gäbe Menschen die mich schreien hören würden. Also, wenn ich um Hilfe schreie und nicht verzückt irgendwelche Gottheiten preise.

Am Tag X bin ich mal wieder 5 Minuten zu früh dran und stürze völlig kopflos, was ich bis dahin nicht war, in den Laden. Drinnen grinst mich ein Kerl an und mein Hirn versucht einen Abgleich zwischen Profilbild und Realität zu machen. Ohne Erfolg. Meine Windungen sind wirklich schlecht darin Gesichter zu erkennen. Verdammt. Also verkrümel ich mich erstmal auf`s Frauenklo. Da kann ich in Ruhe durchatmen und aufs Handy schauen. Ich finde auch gleich eine Nachricht, dass M, T und S (MTS) vor der Tür auf mich warten. Puh. Wieder raus und vor der Tür die 3 wirklich sympathisch wirkenden Kerle begrüßt. Wir gehen an die Bar, trinken Bier aus der Flasche und legen einen ähnlichen sehr trockenen Humor an den Tag.

Was danach geschah, darüber schweige ich mich aus. Es sei nur erwähnt, dass die 3 wirklich ein eingespieltes Team sind und jeder einzeln schon dafür sorgt, dass man tagelang blöd grinsend durch die Gegend läuft. Einer der MTS Kombi wurde von mir und C. sofort mit dem Arbeitstitel „Schmul Rosenbaum“ gesegnet. Und allein seine Bekanntschaft war die Aktion schon wert. Wenn ich an ihn denke bewegt sich nichts in der Brust aber ganz viel im Schritt und das ist gut so. Alles andere würde mich gerade stressen. Nachdem wir ja bereits ein „Einzeldate“ hatten schrieb er gestern bei der Verabredung für nächste Woche, dass er einen Kumpel mitbringt. Kurz, knapp und ohne Geschnörkel. Passt.