Freitag, 23. Juni 2017

Dating(pannen) - der kleine Terrier

AGCC hat mich in seinen Fundstücken heute verlinkt. Ich musste sofort daran denken, wie wir uns kennen gelernt haben. Über unsere Blogs. U.a. saß ich eines Tages in Lehrte in einem völlig abgefracktem Hotel in Haix Einsatzschuhen und lass in seinem Blog einen Artikel über handgefertigte Herrenschuhe. Ich liebe Kontraste. Und ich weiß, dass er gerne Artikel über Pleiten, Pech und Pannen im Datinggeschäft liest. So, here we go:


In diesem Fall Pannen in Klammern. Denn eigentlich war der Kerl ja ganz lieb, nur halt etwas überbemüht. Touch to much. Selten zieflführend. Sprich der Kerl hüpfte die ganze Zeit wie ein kleiner Terrier, der alles tut um Aufmerksamkeit zu bekommen, um mich rum. Und dabei meine ich nicht diese wadenbeissenden Kläffer, eher so Modelle wie Pest, der wenn ihm langweilig ist an mir rum hüpft, seinen Ball in die Luft wirft und einfach extrem niedlich ist. Hier mal ein Beispiel:


video


Also, schon als ich den Kerl kennen gelernt habe, tatsächlich einmal in freier Wildbahn und nicht im Netz, schlawenzelte er recht verzückt den ganzen Abend um mich rum. Anstatt Bälle und Kauknochen schleppte er Getränke an. Grundsätzlich eine bessere Idee als hätte er einen Ball angeschleppt, aber Bälle kann man durch den Raum werfen und während ein Terrier hinterher hechtet, hat man kurz Ruhe. Mit Getränken ist das nicht praktikabel. Zudem ich irgendwann gelinde gesagt strunzvoll war. Ganz schlecht bei mir. Ab einem gewissen Alkohollevel möchte ich nämlich einfach meine Ruhe und nach Hause. Am besten bevor ich kotze.


Nun ja, irgendwie ist aber seine Nummer bei mir gelandet und wir trafen uns ein paar Tage später bei ihm. Ich war wie immer pünktlich. Er hatte keine Getränke im Haus. Laut eigener Aussage weil er gar nicht damit gerechnet hatte, dass ich wirklich erscheine. Aha. Aber bemüht wie kleine Terrier nun mal sind spurtete er los, um schnell was zu besorgen und ich stand alleine in dieser Wohnung. Eine Wohnung, die mir als 100qm Dachgeschoss, Altbau angepriesen worden war. Alles richtig, aber mal Hand auf`s Herz. An was denkt ihr wenn ihr so was hört? An hohe Decken, lichtdurchflutet? Ich auch. Ich stand aber in so einem Altbau mit niedrigen Decken und kleinen Fenstern. Die letzte Renovierung musste 30 Jahre her sein. Alles stand kreuz und quer und es gab keine Sitzgelegenheit außer am Schreibtisch. Obwohl es gab Sitzgelegenheiten, aber die waren voll mit Papieren, Ordner und tausend Dingen. Auch alle Tische. Ich habe schon lange nicht mehr so ein Chaos gesehen. Als der kleine Terrier zurück kam, konnte ich meine Verwunderung ganz gut in Alkohol ertränken, während er ständig Dinge von links nach rechts und dann wieder nach links räumte, damit ich irgendwo sitzen könnte. Konnte ich aber nicht. Man kann Dinge nämlich nur sinnvoll wegräumen, wenn es irgendwo Platz gibt sie hinzuräumen. Er wuselte also durch die Gegend ohne jedes brauchbares Ergebnis. Und während ich erfolgreich begonnen hatte mich zu betrinken, erzählte der kleine Terrier mir, wie er die Wohnung umgestalten würde, damit ich inkl. Pest&Cholera einziehen könnten. What?
  1. Ich weiß überhaupt gar nicht, ob so eine gemeinsame Meldeadresse meinen Vorstellungen einer Beziehung entspricht.
  2. Wie soll ich hier einziehen, wenn noch nicht mal Platz zum sitzen ist?
  3. Und überhaupt, wir haben das erste Date? Wer spricht da von so was?
  4. Ist das Leben wirklich eine Bitch. Ich hatte mich gerade in einen Typen verguckt, dem es schon zu einengend war einen verbindlichen Termin für ein nächstes Treffen zu benennen während dieses Modell hier schon von einer gemeinsamen Zukunft referierte.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein paar Tage später schrieb ich ihm, dass wir uns wohl nicht mehr sehen werden. Ich fühle mich selten überfordert, aber der Typ hat mich geschafft. Ich glaube es lief sehr, sehr lange folgender Titel als Dauerschleife in meinem Auto:







Mittwoch, 21. Juni 2017

Und sonst so?

Ich sitze beim Orthopäden. Da ich Depp auf die Frage wie ich versichert bin ehrlich geantwortet habe, habe ich 4 Wochen auf den Termin gewartet.




Orthopäde I: Worum geht`s?
Ich: 2 Zysten am Knie, dick, tut weh.
Orthopäde: Sie können ruhig in ganzen Sätzen mit mir reden.
Ich. Klar, kann ich das. Ich habe ja Abitur.




Was folgte war wohl die Retourkutsche auf meine freche Klappe. Rezept für Schmerzmittel, ich solle in 3 Wochen noch mal kommen. Dass ich seit 5 Wochen unter rezeptpflichtigen Schmerzmitteln stehe war ihm egal. Ich bin aber nur teilzeitblöd und hatte eh schon einen zweiten Termin bei einem anderen Orthopäden. Der guckt sich das Zeug an das ich schlucke, nickt und schreibt umgehend eine Überweisung zum MRT. Da bin ich nächste Woche. Ich dachte es wäre der Meniskus, scheint aber eher ein Knorpelschaden zu sein *f***




Pest wird alt. Und dick. Okay, da ich nicht so mobil bin, bewegt er sich nicht mehr so viel und verfressen war er schon immer, aber er setzt einfach schneller an. Sein neues Lieblingsspiel heißt "Schnüffelteppich". Nicht so viel bewegen und essen. Sehr geil, sagt er. Essen wird ja im Alter immer wichtiger.


Und er wird altersmilde. Er schmust inzwischen auch mit gleichgeschlechtlichen Lebewesen.






Muss ich erwähnen, dass böse Zungen behaupten es läge an dem Schlag auf den Kopf, den er in Tschechien bekommen hat?


Cholera kommt auch nicht in Form. Mitte August laufen wir eine größere Meisterschaft. Um in Form zu kommen, müsste ich fleißiger sein. Aber irgendwie sind mir im Moment andere Dinge wichtiger. Und ihr offensichtlich auch.






Mein Liebesleben ruht im Gegenteil zu meinem Sexualleben, welches
mich selbst hin und wieder erstaunt. Jedenfalls wenn ich Zeit habe darüber nachzudenken. Aus irgendeinem Grund habe ich zur Zeit 3 Dauerliebhaber. Die kennen sich untereinander sehr gut und kommen mit der Konstellation prima klar. Bei Schäferstündchen wird regelmäßig verabredet einen der beiden anderen dazu zu holen. Irgendwie ist das strange, aber alle 3 sind völlig unterschiedlich und geben Gas mich zu beeindrucken. Wahrscheinlich in der Hoffnung mich öfter als alle 3 Wochen zu Gesicht zu bekommen. Zu einem sage ich in einem Nebensatz, dass ich gerne mal rumballern würde und zack organisiert er Rumballern in Adlershof, inkl. Großkaliber. Dem Nächsten sage ich, ich hätte Interesse einen gutaussehenden Single kennen zu lernen und zack, kommt bei unserem Schäferstündchen ein bahnbrechend gutaussehender alleinstehender Kumpel von ihm dazu. Usw.


Ach so ja, Zeit. Die fehlt irgendwie. Nebenjob läuft wie die Sau, Hauptjob ist sehr anstrengend. Viele komplizierte Sachen, Abends hirntot. Ich schlafe wie ein Baby. Ich habe neuerdings so ein Lavendel Kissenspray. Ich bilde mir ein es liegt daran. Wenn es so ist, sollte ich, falls ich mal ein Schäferstündchen zu Hause habe, die Bettwäsche wechseln. Sonst schläft das auserwählte Modell sofort ein. Wäre auch irgendwie doof.


Sobald ich wieder mehr Kapazitäten im Hirn frei habe, möchte ich wieder mehr über ernsthafte Dinge schreiben. Und natürlich ein paar Wünsche aus der "Wünsch Dir was" Aktion kamen.










Dienstag, 20. Juni 2017

(Kein) Buchtipp

Ich habe immer das ein oder andere "Raucherpausenbuch". Das sind Bücher, bei denen man 2-10 Seiten lesen kann, sie weglegt und dann irgendwann wieder anfängt und weiß worum es geht. Ideal für die Raucherpause also. Dazu gehörte in letzter Zeit "erkennen Sie die Psychos in ihrem Leben", welches wirklich ganz nett war und in den letzten Tagen dieser Titel:




Und das war ab der 50. Seite das Langweiligste was ich je in Raucherpausen getan habe. Anfänglich war es noch nett geschrieben und man musste ab und zu nicken. Danach kamen nur noch Wiederholungen und immer nur die Situation wenn man den zukünftigen Vater seiner Kinder sucht. Keine Kinder zu wollen ist keine Option. Familie geht über alles, auch über die berufliche Selbstverwirklichung, die ja auch ganz böse ist. Ich habe zunächst brav weiter gelesen, dann weiter geblättert und irgendwann nur noch Überschriften gelesen.


Also, auch beim Kindle Prime Day Finger weg. Den Inhalt kann ich euch auch in 2 Minuten erklären, wenn es interessiert.



Der Typ ist einfach immer wieder ein Lacher wert...der kann das nicht ernst meinen


Freitag, 16. Juni 2017

Datingpannen – Trick 17 mit Selbstüberlistung


Schlagt mich, verurteilt mich, aber es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich gezielt mit liierten Männern getroffen. Nein, ich habe diese Kerle nicht im Supermarkt beim Wocheneinkauf aufgerissen, sondern auf einschlägigen Plattformen. Ihr Treuegelübte war also eh nur eine Worthülse und ich nicht diejenige, die sie zu Unfug erst angestiftet hat. Und ich muss erwähnen, dass mir ein solcher Kerl als Partner nie auf`s Sofa kommen würde. Aber darum ging es ja nicht bei den Auswahlkriterien.

Mein Plan: wenn der Kerl liiert ist, geht er mir nicht auf die Bimmel. Zu der Zeit meines Lebens hatte ich einfach keine Lust bezüglich meines Lebens und der Zeitplanung große Kompromisse zu machen, wollte aber auch nicht auf eine gewisse, oberflächige Art von Nähe verzichten. Wahrscheinlich war das einer der Gründe, warum alleinstehende Kerle immer schnell recht anhänglich wurden.

In diesem Punkt ist das Leben wirklich ein sarkastisches Arschloch. Wenn man klar kommuniziert, dass man auf das Päarchending keinen Nerv hat, rennen einem die Kerle, welche nicht nur paarungs- sondern auch bindungswillig sind, die Bude ein. An dem Punkt an dem man selbst bindungswillig ist, trifft man lediglich nur paarungswillige, aber keine bindungswillige Typen. Da fällt mir ein, dass ich 2016 im Prinzip nur einen Kerl kennen gelernt hat, der nicht nur willig, sondern auch fähig war in Punkto Paarung UND Bindung. Und man sagt ja immer, solche Kerle lernt man nicht im Internet kennen. In diesem Fall völlig korrekt. Ich habe ihn nämlich im Pornokino kennen gelernt. Aber das ist mal wieder eine völlig andere Geschichte.

Zurück zum Thema. Mein Plan war gefasst und ein geeignetes Modell schnell gefunden. Mitte 40, bewaffneter Uniformträger. Diesmal nicht in blau, sondern in Tarnfleck. Irgendwas Höheres, so genau habe ich nie nachgefragt. Im Berliner Umland stationiert, Frau und fast erwachsene Kinder im benachbarten Bundesland. Perfekt. Denn das hieß, dass er unter der Woche flexibel war und Verabredungen nicht kurzfristig abgesagt werden mussten, weil seine Ausrede nicht zog. Von Montag bis Freitag war er in seiner Planung völlig frei, hätte sogar bei mir übernachten können und an den Wochenenden, an denen ich eh nie da war, hatte ich meine Ruhe. Kein schlechtes Gewissen, weil man keine Lust auf Päarchendinge hatte, Samstagabend platt vom Training auf dem Sofa gammeln, kein Gefühl man müsse sich mal melden, das war der Plan. Ein theoretischer wie sich rausstellte.

Wir hatten ein paar Dates. Sex war passabel, Typ gut aussehen und fit im Kopf. Tatsächlich hat man auch mal zusammen gekocht, Film geschaut und so. Alles ganz zwanglos ohne das Gefühl der Verpflichtung. Pest und Cholera fanden in ganz okay. Na ja, Pest fand, dass er ein ganz netter Streichelautomat war. Nicht mehr, nicht weniger und Cholera hat ja eh Gänseblümchen im Kopf.

Irgendwann standen ein paar Feiertage an. An denen war ich wie üblich verplant und Typ eh familiär gebunden. So mit großen Familienessen und so. Ich ging also davon aus, dass ich höchstens sporadisch, wenn sogar gar nichts von ihm hören würde und ich mal wieder in irgendwelchen Wäldern rumtoben könnte. Am ersten Tag hatte ich morgens schon 3 Nachrichten von ihm auf dem Handy. Zu dem Zeitpunkt fand ich das noch süß, dass er an mich denkt, antwortete kurz und ließ das Handy dann irgendwo unbeachtet liegen. Stunden später schaute ich drauf und hatte gefühlte 358 WhatsApp nebst Nachrichten auf der einschlägigen Plattform von ihm. Die ersten lieb und nett, die mittleren angeblich besorgt wo ich stecken würde, die letzten patzig. Denkpause…..

Äh, war das nicht genau das, was ich nicht wollte? Mein Kopfkino ging los. Das böse, nicht das romantische und schon gar nicht das erotische. Der sitzt also nebst Schwiegereltern und Co. beim Essen und schaut die ganze Zeit auf´s Handy und tippt. Im günstigsten Fall tut seine Frau so als ob sie nichts merkt, weil ihr schon lange klar ist, dass er ein Fremdgänger ist. Vielleicht rechnet sie aber schon aus, was sie bei einer Scheidung bekommt. Egal. Im ungünstigsten Fall schnallt sie es und macht eine riesen Szene (mit Recht). Worst Case, sie will die Schlampe kennen lernen und meldet sich bei mir *örghs. Da habe ich ja richtig Bock drauf. Das war nicht der Plan!

Und ich will, dass meine Pläne funktionieren. Da kann ich mich benehmen wie ein sturer Terrier am Mäuseloch. Also habe ich dem Typen, anstatt ihn auf den Pott zu setzen, freundlich aber bestimmt gesagt, dass ich eine Dauerbeschallung nicht möchte. Zu freundlich, also nicht wie ein Terrier, eher wie ein dauerfreundlicher Retriever. Fehler. Aversive Erziehungsmethoden funktionieren nur, wenn gleich der erste Ansatz unmissverständlich ist. Sonst shapen sich die Hunde/Typen hoch und glauben viel hilft viel. D.h. wenn sie mit ihren Bemühungen um Aufmerksamkeit nicht weiter kommen, verstärken sie ihre Bemühungen. Nochmal, das war nicht der Plan!

Was soll ich sagen, es wurde immer schlimmer und ich musste unser Arrangement beenden, weil es nicht mehr zielführend war. Nach 3 Tagen schickte er eine Nachricht er sei zufällig in der Gegend und könne vorbei kommen. What? Rede ich eigentlich undeutlich? Oder gibt es so gar keinen Grund mir zu glauben, dass ich Dinge auch so meine wie ich sie sage? Aber ich erwischte mich dabei, wie ich zu Hause verängstigt schaute ob ich irgendwo sein Auto sehe. Fast Schiss hatte ich. Er nahm immer wieder Kontakt auf, obwohl ich bereits unmissverständlich meine „Kontaktverbot-sonst Anzeige“ Nachricht geschickt hatte. Kurz bevor ich ihn wirklich anzeigte, hörte er zum Glück auf.

Und was habe ich daraus gelernt? Scheiß auf`s Pläne machen, es kommt eh anders. Und öfter mal ins Pornokino gehen. Da scheinen sich die netten Typen rumzutreiben.

 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Wünsch Dir was - Sexpannen: der Anfeuerer

Ich war neulich endlich mal wieder mit M. unterwegs und er wünschte sich ein paar Geschichten meiner Sexpannen.


Sowieso eine gute Idee, die Rubrik "wünsch Dir was". Ihr könnt euch also in den Kommentaren bestimmte Geschichten oder Themen wünschen.


Von Juliane weiß ich, dass sie schmutzige Details zu Schmul möchte. Die wird sie in Teilen bekommen, aber jetzt ist erst mal M. dran.


Es war irgendwann 2016. Wahrscheinlich hatte ich gerade meinen Eisprung. Da neige ich ja zu einer gewissen Wahllosigkeit weil es einfach eilig ist. Ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass er wirklich gut aussah und Handwerksmeister war. Ich schätze mal Mauerer oder so. Auf keinen Fall etwas wobei man Feinmotorik braucht. Das wäre mir aufgefallen. Nun ja, Treffpunkt an einem neutralen Ort, Typ sieht gut aus und ist gepflegt, also nicht lange Rumeieren und ab mit uns an einen ungestörten Ort. Nun ja, was soll ich sagen? Wenn es eine Sache gibt, die frustrierender ist als kein Sex, dann ist es schlechter Sex. Ich meine okay, ich stehe auf Kerle, die ungefähr meinem Alter entsprechen oder wie C. es immer ausdrückt: die Schuhgröße muss mindestens das Alter sein und kein Kerl trägt Größe 36 oder so. Und in diesem Alter ist es einfach auch mal so, dass der Geist willig ist, aber der Körper bzw. gewisse Teile von ihm nicht mitmachen. Grundsätzlich ist das nicht so schlimm. Passiert. Aber es gehört definitiv zu den Dingen die Mann entweder mit Humor und Akzeptanz oder mit chemischen Substanzen lösen sollte. Alles andere ist anstrengend. Wie in diesem Fall.


Also, bei ihm geht wenig bis gar nichts obwohl wir uns beide sehr bemühen. Schlau wäre es aufzustehen und eine Pizza zu essen einen Film oder sonst was zu tun. Egal was, aber auf keinen Fall das:


Der Typ versucht also verzweifelt eine Erektion zu bekommen während er nicht gerade feinmotorisch an mir rumfingert und ein Gesicht macht, als wäre er gerade auf der Ziellinie zum Marathon. Sprich sehr sehr angestrengt. Ich mache zur Schadensminimierung die Augen zu und versuche mittels Kopfkinogenerator wenigstens einen halben Höhepunkt zu bekommen. Das hätte ohne Bild bestimmt funktioniert, wenn ich irgendwie den Ton abgeschaltet hätte. Der Knopf war aber unauffindbar. Während der Typ also wie beim Leistungssport wirkt feuert er mich ununterbrochen mit "du schaffst das, ja gleich bist Du soweit, ja, weiter" etc. pp. an. Wirklich die ganze Zeit. Wie ein Boxtrainer der seinen Schützling über die Grenze bringen will. So kam ich mir dann auch irgendwann vor. Und ich beschloss bei dem Satz "mach, bemüh Dich" das Ganze abzubrechen. Irgendwann ist mir dann meine Zeit zu schade und ehrlich gesagt sehnte ich mich nach dem Magic in meiner Schublade. Zudem ich inzwischen die ganze Zeit Szenen aus Rocky im Kopfkino hatte. Und die kann noch nicht mal ich erotisieren.


Wir haben dann noch (endlich) wortlos eine geraucht. Ich habe nie wieder was von ihm gehört. Aber seit diesem Zeitpunkt reagiere ich etwas sensibel, wenn jemand zu mir sagt, er würde auf Dirty Talk stehen. Da möchte ich sofort Beispiele um Missverständnisse zu vermeiden.

Dienstag, 6. Juni 2017

Review – Wandeln zwischen den Welten


Ich komme zu nichts mehr. Jedenfalls online. Ich kommentiere gerade bei mir liebgewonnenen Bloggern kaum bis gar nicht, lese nur flüchtig. Ich hoffe sie verzeihen mir das. Es kommen auch wieder andere Zeiten.

Tschechien. Tolle Leute und eine effiziente Trainingswoche. Pest der arme Kerl wurde gleich am ersten Tag von einem 30kg Gegner in den Kopf gebissen. Habt ihr mal versucht sonntags in Tschechien eine Tierklinik zu finden? Zum Glück konnten mir Sportkameraden aus Österreich einen Tierarzt in Linz empfehlen. Das waren nur 40km. Dort haben wir in Narkose gelegt und zusammengeflickt. Der kleine Schatz war wie immer sehr tapfer. 2 Tage war er sehr zurück haltend. Bestimmt hatte er eine Gehirnerschütterung. Nicht verwunderlich, wenn 30kg auf den Kopf eines 10kg Zwergs prallen. Die täglichen Verbandswechsel haben ihn zum erklärten Liebling der Woche gemacht. Nicht nur, weil wir ihm jeden Tag eine andere Farbe verpasst haben, sondern weil er sich immer ganz geduldig behandeln hat lassen. Außerdem durfte er abends als einziger Hund in den Gemeinschaftsraum. Wenn jemand fragte, sagten alle, dass er ja kein Hund sei. Hunde trügen ja keine Helme. Als er schließlich eines Tages mit gelben Kopfverband durch die Wiese voller Löwenzahn raste, war auch der letzte von dem rasenden Löwenzahn eingenommen.




Unterkunft in Tschechien spartanisch. 2 Mann Zimmer in Holzhütten. Dusche im Haupthaus. 2 Duschen für 40 Menschen. Warmwasser Fehlanzeige. Draußen Regen-Sonne abwechselnd. Die nassen Sachen im Zimmer mit den Hunden und Kameraden auf provisorischen Wäscheleinen zum Trocknen aufgehangen. Das Ganze ist Luxus gegen Pfingsten.

Unterbringung im Mannschaftszelt als Pflicht. Wegen dem Gemeinschaftsgefühl und so. Das bedeutet bei mir, dass ich am zweiten Tag die Weiber einer großen Hilfsorganisation schon erschlagen möchte. Die laufen um 06:00 Uhr früh schon in voller Einsatzplün rum. Ganz wichtig, immer den Helm in der Hand. Auf dem Zeltplatz vor dem Frühstück. Mittendrin ich mit klein Pest und Cholera mit rosa Halsband. Duschen im Duschcontainer mit Duschmarken. Pro Tag eine Marke, pro Marke 3 Minuten warmes Wasser. Das geht nur mit der 3mm Frisur der Kampfweiber. Meine langen Haare werden zwangsläufig eiskalt gewaschen. Das ist nicht schlimm, denn unser Zelt ist undicht und es tröpfelt von der Decke. Wenn ich mich nachts umdrehe und ein Auge aufmache, schaue ich direkt in das Gesicht einer rothaarigen mit Pitbull-Gesicht. Zu Hause bin ich geerdet und erfreue mich an ganz simplen Dingen wie ein ausreichend großes Bett und warmen Wasser.

Zwischen diesen Aktionen im Büro mit lackierten Nägeln und in Verhandlung mit Lieferanten und Kunden. Engelsgeduld beim Erklären von (für mich) simplen technischen Dingen. Und immer ein offenes Ohr für den Kollegen. Mitarbeit an einem internen Projekt. Der große Cheffe bezeichnet mich als Sonnenschein?! Der bin ich auch im Moment. Ich pendle zwischen völlig übermüdet und hormonell ausgepowert hin und her. Da ist kein Raum für Eskalationsmodus.

Ein Einzeldate mit Schmul und gestern das mit ihm und seinem Kumpel. Ich kam entgegen meiner Natur in Röckchen und Schühchen. Ich brauchte das als Ausgleich zu Pfingsten. Fast hätte ich noch Choleras rosa Halsband angelegt. Aber nur fast ;-)

Morgens früh raus. Pest ist nicht ausgelastet. Wie auch, wenn man in Tschechien den ganzen Tag im Bett liegt und Pfingsten seine Aufgaben mit „singen und klatschen“ erledigt während die beiden Weiber dienstbeflissen alles geben. Sprich Cholera und ich könnten gerne noch etwas liegen bleiben, aber der Mann im Haus hüpft mit Quietschie durch die Gegend.

Ich liege im Bett und überlege mir wie weit der Spagat in meinem Leben oft geht. Und ob es da draußen jemanden gibt, der das langfristig nicht nur erträgt, sondern mit trägt. Ob es besser ist, wenn dieser jemand ganz anders oder sehr ähnlich ist. Ob ich aus Angst oder Vernunft so oft so schnell den emotionalen Rollladen runter mache. Ob es schlauer ist nichts zu tun und abzuwarten oder wieder aktiv zu daten. Mein Knie schmerzt fürchterlich. Aber ich muss raus. Pest und Cholera lüften. Ich denke an vergangene Beziehungen in denen Unterstützung selbstverständlich war und die in denen es jedes Mal ein riesen Akt war.  Ich denke an die Trennungen und alles, was mir versprochen und zugesichert war und nicht eingehalten wurde. Pest ist ein Ergebnis davon. Plötzlich alleine mit damals 3 Hunden war nicht leicht, aber letztendlich habe ich alles geschafft. So wie ich es immer irgendwie schaffe. Ich weiß, dass ich es kann, aber im Moment nervt es unheimlich.